Die Politik- und Kulturzeitschrift Kursbuch wird von Armin Nassehi, Sibylle Anderl und Peter Felixberger herausgegeben und erscheint viermal jährlich. Das Kursbuch bietet tiefgründige Analysen, inspirierende Essays und spannende Perspektiven auf die drängenden Themen unserer Zeit - für alle, die mehr wollen als das Offensichtliche. Sie können das Kursbuch auch im vergünstigten Abo beziehen. Mehr dazu auf unserer Webseite www.kursbuch.online, wo Sie neben Wissenswertem rund um die aktuelle Ausgabe auch weitere Informationen zu Autor:innen, Pressestimmen und Veranstaltungen finden. Darüber hinaus können Sie hier unseren kostenlosen Newsletter sowie den wöchentlichen Montagsblock der Herausgeber:innen abonnieren.
Es gibt zwei Arten von Kompromissen. Einmal treten beide Seiten einen Schritt zurück und man einigt sich, weil jeder auf etwas Eigenes verzichtet. Ein anderes Mal diskutieren beide Seiten so lange, bis sich ein dritter Lösungsweg auftut. Man gewinnt etwas Neues dazu. Wann genau ein Kompromiss dann als stark bezeichnet werden kann, ist das Thema dieses Kursbuchs.
Im Gespräch erinnert sich der
deutsche Topdiplomat Michael Steiner
etwa an
Verhandlungen mit den afghanischen Taliban
oder im Jugoslawienkrieg, beide Male ging es darum, nahezu unversöhnliche Standpunkte in eine Kompromissarchitektur zu bringen. Für Steiner war klar: "Entscheidend ist, wenn plötzlich etwas möglich wird, woran vorher niemand gedacht hat." Der
SZ-Kolumnist Kurt Kister
wiederum fragt, wie es ist, wenn mehrere verschiedene Interessen in einer Person wohnen? Kann man, ohne spaltungsirre zu sein, mit sich selbst Kompromisse schließen, obwohl man als Person doch nur eine Seite sein kann und so eigentlich gegen eine Grundvoraussetzung des Kompromisswesens - der Interessenausgleich mehrerer - verstößt?
Herausgeberin Sibylle Anderl
beschäftigt sich mit kompromissreicher Wissenschaftskommunikation als Eckpfeiler der Erkenntnis für freie Menschen. Was
Mitherausgeber Armin Nassehi
insofern bestätigt, als dass er die dafür notwendige Kompromissbereitschaft messerscharf als vernünftig, tolerant und klug seziert. "Aber letztlich ist es jene Mühe, sich auf den anderen einstellen zu müssen, um
eigene
Ziele erreichen zu können, die eine zivilisierende Wirkung auf die Gesellschaft hat."
Weitere Essays von Justus Bender, Joachim Müller-Jung sowie die Kolumnen von Jan Schwochow, Berit Glanz und Olaf Unverzart
sind unverzichtbare, kreative und innovative Sichtachsen - von den leinenumhüllten Autoaußenspiegeln in Kairo bis zu der Infografiken über die spezielle Semantik von Regierungsprogrammen.
Mitherausgeber Peter Felixberger
beschäftigt sich zum Abschluss mit Telmo Pievanis Buch "Unvollkommen", in dem der italienische Philosoph und Biologie den Evolutionskompromissen hinterherjagt. Denn der Kompromiss ist schon immer und überall da, bevor er in Erscheinung tritt.