David Weber greift ein drängendes Thema auf: Gewalt an Frauen. Er wirkt in diesem Roman als stiller Beobachter und Chronist, der die Sprachnachrichten der Hauptprotagonistin niederschreibt. Das tut er in einer stringenten und packenden Sprache. Der Autor lässt offen, ob diese Anjes Kowalsky (ihr Name ist ein Pseudonym) tatsächlich existiert.
Anjes Kowalsky diktiert ihm ihre Geschichte. Als junge Schauspielerin hat sie ihren Theaterjob, ihr Selbstwertgefühl und ihren Glauben verloren. Schuld ist ein Mann, der sie missbraucht und gedemütigt hat. In ihrer Verzweiflung sucht sie Hilfe bei einer Psychotherapeutin. Diese führt sie schrittweise aus ihrer Ohnmacht hin zu einer neuen Lebensaufgabe. Sie soll Frauen von ihren gewalttätigen Männern befreien. Was als Spiel beginnt, wird unversehens ernst, als sie selbst zur Gejagten wird. Überlegt und berechnend lässt sie den Verfolger in die eigene Falle tappen. Die Tat, getarnt als tödlicher Unfall, stürzt sie nicht in Gewissenskonflikte, im Gegenteil, sie schöpft Energie daraus. Jetzt wartet sie ungeduldig auf neue Aufgaben ihrer Psychotherapeutin. Zu spät realisiert sie, dass ihre Mentorin sie manipuliert und eigene Ziele verfolgt. Anjes ist süchtig nach dem Adrenalinkick dieses letzten Augenblicks, wenn die Männer verwundert feststellen, dass ihr Leben an ihnen vorbeizieht.