Ist Literatur nur Eskapismus - eine hübsch verpackte Scheinwelt? Oder kann sie (gemeinsam mit der Kunst) erneut zu dem werden, was Europa groß gemacht hat: ein Motor der Aufklärung, der Macht begrenzt, Freiheit schützt und Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte im Alltag verankert?
In dieser streitbaren, zugleich lebensnah geschriebenen Textsammlung unternimmt Johannes K. Hofer eine Kritik der geistigen Kultur unserer Postmoderne - und setzt ihr eine konstruktive Alternative entgegen: den erneuerten, pluralistischen "sokratischen Dialog". Ausgehend von antiken Ursprüngen der Aufklärung, über Lessing bis zu Fragen moderner Literatur, Sprache und bildender Kunst zeichnet Hofer nach, wie Weltbilder entstehen, wie sie verführen - und wie sie aufgeklärt werden können. Dabei richtet sich sein Blick auch auf Nihilismus, Expertentum, Technokratie und die Sehnsucht nach Orientierung, ohne in Kulturpessimismus zu verfallen: Aufklärung, so seine These, braucht mehr als Provokation - sie braucht Zukunftsperspektive.